12/10/2026 von Andrea Röcklinger 0 Kommentare
Wie du Entscheidungen triffst, bevor dich das Mama-Burnout trifft
„Es geht schon noch.“ Kommt dir das bekannt vor?
Ich habe mir diesen Satz jahrlang gesagt, jedes Mal bevor ich zur Arbeit gefahren bin, bis mien Körper irgendwann nicht mehr mitgespielt hat.
Ich hab mir diesen Satz jahrelang gesagt, jedes Mal, bevor ich zur Arbeit gefahren bin, bis mein Körper irgendwann nicht mehr mitgespielt hat. Der Rücken, der Nacken, Verspannungen, die nicht mehr weggegangen sind. Mein Bauch, der ständig rebelliert hat. Innerlich war ich längst weg, nur gesagt hab ich es mir nicht.
Vielleicht ist es bei dir nicht der Job. Vielleicht ist es die Art, wie du deinen Alltag stemmst, das Gefühl, dass du nur noch funktionierst. Du spürst längst: So geht es nicht weiter, aber du kannst dich nicht entscheiden.
Warum erschöpfte Mamas so lange festhalten?
In Bodo Schäfers Buch „Die Gesetze der Gewinner“ bin ich über eine Geschichte gestolpert, die mich dabei begleitet.
Ein Jäger legt einen Stein in ein schmales Baumloch, ein Affe greift hinein und packt ihn, nur mit der Faust kommt er nicht mehr raus. Er könnte loslassen und wäre sofort frei, tut er aber nicht. Er hält fest, bis der Jäger ihn einfängt.
Wie oft sind wir dieser Affe?
Schäfer schreibt das Wort absichtlich so: Ent-Scheidung. Da steckt „Scheidung“ drin. Wenn du dich für etwas entscheidest, trennst du dich von etwas anderem, genau das tun wir und darum halten wir fest. Aber solange deine Hand um den Stein liegt, hast du sie nicht frei für das, was du eigentlich willst.
Nicht entscheiden ist auch eine Entscheidung
Das war für mich der unbequemste Gedanke: Es gibt kein „ich hab mich noch nicht entschieden“. Wenn du dich nicht entscheidest, hast du dich dafür entschieden, dass alles bleibt, wie es ist. Mit der Müdigkeit, dem Gedankenkarussell um zwei in der Früh, dem schlechten Gewissen, egal was du tust.
Warum „später“ nie kommt
„Wenn die Kinder größer sind.“ „Nach dem Projekt.“ „Nach Weihnachten.“ Es gibt immer ein nächstes Projekt. Und die offene Frage läuft im Hintergrund mit wie einer App, die du nie zumachst. Unentschiedenheit ist Mental Load pur, sie frisst Energie, die du eh nicht mehr hast.
Wenn Weitermachen zum Burnout-Risiko wird
Mein Körper hat mir lange vor meinem Kopf gesagt, dass es reicht. Bei vielen Frauen, mit denen ich arbeite, ist es genauso: Schlaf, der nicht mehr erholt, Kopfweh, der Infekt, der nicht weggeht und das Gefühl, innerlich leer zu sein. Das sind keine Kleinigkeiten, die man wegdrückt, das sind eindeutige Warnsignale, die du ernst nehmen solltest.
Und ganz wichtig: Wenn du merkst, dass du schon mittendrin steckst, dann ersetzt eine gute Entscheidung keine Hilfe. Geh zu deiner Ärztin, hol dir psychologische Unterstützung, das ist die wichtigste Entscheidung von allen.
Ich biete dir ebenfalls ein unverbindliches, kostenloses Erstgespräch an. Buche dir über meinen Online-Kalender einen Termin. Wir können das online über Zoom machen, aber auch gerne in der Praxis in 3353 Biberbach, oder in meiner Praxis in 1050 Wien.
Angst vor Veränderung: Was dich wirklich festhält
Ich glaub nicht, dass du dich nicht entscheiden kannst. Ich glaube, irgendwas in dir hat Angst davor. Meistens steckt eines davon dahinter.
„Und wenn's dann schlechter wird?“
Bei mir war es das Geld. Jeden Monat kommt das Gehalt, Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, all das, was ich heute als Selbstständige nicht mehr hab. Das loszulassen, war richtig schwer. Das Bekannte fühlt sich sicher an, auch dann, wenn es dir schadet.
Aber du wirst nicht wissen, wie es gekommen wäre, wenn du dich anders entschieden hättest. Es gibt keine Vergleichsversion deines Lebens. Die „falsche“ Entscheidung, vor der du dich fürchtest, gibt es so gar nicht.
„Was sagen die anderen?“
Die Schwiegermama, die anderen Mamas am Spielplatz, die Kollegin, die scheinbar alles schafft. Wer von denen liegt nachts wach, wenn du nicht schlafen kannst? Was meinst du?
Schlechtes Gewissen: „Bin ich noch eine gute Mama, wenn ich auf mich schaue?“
Hier bleiben die meisten hängen, weil wir tief drinnen immer noch diesen Glaubenssatz haben:
Eine gute Mutter stellt sich hinten an.
Deine Kinder brauchen aber keine Mama, die sich aufopfert, bis nichts mehr übrig ist. Sie brauchen eine, die da ist, wirklich da, und eines kann ich dir aus Erfahrung, als 3-fache Mama, sagen, sie schauen dir zu.
Was sollen sie lernen? Dass man durchhält, bis der Körper streikt? Oder dass man auf sich schauen darf?
Entscheidungen treffen als Mama: 4 Schritte, die dich nicht noch mehr stressen
Entscheidend ist wie ein Muskel. Je öfter du ihn benutzt, desto leichter wird es. Du musst morgen dein Leben nicht komplett umkrempeln. Fang mit kleinen Schritten an, die in deinen Alltag passen.
1. Klein beginnend mit der 30-Sekunden-Regel
Was gibt es zu Mittag? Welcher Pulli? Welche Serie am Abend? Überlege 30 Sekunden, maximal 1 Minute, dann steht es fest. Klingt einfach, aber jede Kleinigkeit, die du nicht ewig hin und her wälzt, nimmt einen Last aus deinem Kopf, und vor allem übst du, dir selbst wieder zu vertrauen. Für die großen Fragen gilt die Regel nicht, die Kriege Zeit, aber nicht unendlich viel.
2. Hör auf deinen Körper
Wenn du eine Option denkst: Was passiert in dir? Wird es eng in der Brust sein? Zieht sich der Magen zusammen? Oder wird es weit, ruhig, vielleicht sogar ein bisschen aufgeregt-froh? Mein Körper wusste die Antwort lange vor mir, dein wahrscheinlich auch.
3. Stell dir die Frage, die alles klarer macht
Tut mir diese Entscheidung gut? Und tut sie auf Dauer den Menschen gut, die mir wichtig sind? Die Reihenfolge ist kein Zufall. Du kommst zuerst.
4. Schreiben Sie die große Entscheidung auf und legen Sie eine Deadline fest
Du weißt, was ich meine, die, die du seit Monaten vor dir herschiebst. Schreib auf, welche Möglichkeiten du hast. Red mit jemandem drüber, dem du vertraust, und dann setz dir ein Datum, schriftlich. Bis dahin entscheidest du. Das muss nicht perfekt sein, aber du entscheidest.
Du musst nicht alles auf einmal ändern, um nicht ins Mama-Burnout zu kippen
Du musst nicht von heute auf morgen ein anderer werden, und deinen gesamten Alltag umkrempeln, aber du darfst aufhören, auf den perfekten Moment zu warten. Das kommt nämlich nicht.
Ich habe damals gekündigt, spät, aber ich habe es getan, und ich habe gelernt: Der erste Schritt muss nicht groß sein, er muss nur dein sein.
Vielleicht ist dein erster Schritt heute nur, ehrlich zu dir zu sein. Hinzuschauen, wo du festhältst, und dir zu erlauben, dass du dir ein leichteres Leben wünschen darfst, ohne schlechtes Gewissen.
Du bist keine schlechte Mama, weil du müde bist. Du bist eine Frau, die viel zu lang, viel zu viel getragen hat, und du darfst jetzt beginnen, was abzugeben.
♥️Sei geduldig mit dir. Du machst das gut.
Wenn du dafür ein bisschen Unterstützung holst, magst du:
In meinem kostenlosen PDF „Stress lass nach – Hallo Glück“ habe ich dir ein einziges Tool zusammengestellt, damit du nicht erst wartest, bis dein Körper die Entscheidung für dich trifft.
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