02/11/2026 von Andrea Röcklinger 0 Kommentare
Mini-Auszeit im Alltag: 5 kleine Pausen, die dich keine Minute extra kosten
Ich habe lange geglaubt, Erholung muss man sich verdienen, erst wenn die Wäsche gemacht ist, wenn die Mails beantwortet sind oder wenn alle drei Kinder schlafen. Nur wird die Wäsche nie weniger.
Vielleicht kennst du das auch, du wartest auf den Sommerurlaub, auf das freie Wochenende, auf „wenn’s endlich ruhiger wird“, und bis dahin hältst irgendwie durch. Aber dein Nervensystem wartet nicht bis August. Es braucht Erholung zwischendurch, in kleinen Dosen, jeden Tag, sonst läuft der Akku leer, langsam und fast unbemerkt. Eine Mini-Auszeit braucht keine freie Stunde, sie passt in Momente, die du schon hast. Diesen Moment hat jeder/jede von uns, dass kann ich dir aus eigener Erfahrung sagen.
5 Mini-Auszeiten für deinen chaotischen Alltag, als Burn-Out Prävention
1. Starten Sie den Tag mit dir, nicht mit dem Handy
Wecker aus, das Handy in der Hand, Nachrichten checken, WhatsApp, Kalender, und bevor du überhaupt richtig wach bist, hast du schon die ersten Aufgaben im Kopf.
Versuche einmal das Handy die erste Minute liegen zu lassen. Mach stattdessen das Fenster auf, wenn du magst. Atme dreimal tief ein und langsam wieder aus und spür die frische Luft. Dann kreise ein paar Mal die Schultern, nach hinten, ganz locker. Denn da sitzt bei den meisten von uns schon in der Früh die ganze Last.
Und dann sag dir, innerlich oder laut:
Zeig mir bitte, wie schön es heute werden kann.
Zeig mir bitte, wie viel Spaß ich heute haben kann.
Zeig mir bitte, wie leicht es heute werden kann.
Fühlt sich am Anfang vielleicht komisch an, probier es einfach aus. Du suchst plötzlich nach dem Schönen, nach dem Leichten, statt nur nach dem nächsten Problem. Das ist eine Minute, die du sonst vielleicht auf dem Handy verbracht hättest.
2. Warten ist keine verlorene Zeit
An der Kasse im Supermarkt, vor dem Kindergarten, an der roten Ampel, währen der Wasserkocher ewig braucht. Sei mal ehrlich, was machst du in diesen Momenten? Die meisten greifen automatisch zum Handy, und ich nehme mich da nicht heraus, mache ich leider auch viel zu oft. Das ist genau die Zeit, die dir gehören könnte.
Probier stattdessen diese Atemtechnik aus, eimal kurz durch die Nase einatmen, dann lang und langsam durch den Mund aus, zwei, drei Mal hintereinander. Der Trick dabei, ist das lange Ausatmen, es signalisiert deinem Körper: Gefahr vorbei, du darfst runterfahren, dein Herzschlag wird ruhiger, die Schultern sinken, und niemand neben dir merkt was.
3. Bleib zehn Sekunden sitzen
Wenn du mit dem Auto heimkommst, stellst den Motor ab. Und normalerweise? Schnapps du dir die Tasche, steigst aus, gehst hinein, und schon geht es weiter mit „Mama, wo ist …?“
Versuche das nächste Mal sitzen zu bleiben, nur eine Minute, Hände auf die Oberschenkel, Schultern runter, Kiefer locker, und einmal bewusst ausatmen.
Dadurch lässt den Arbeitstag draußen, bevor du drinnen ankommst. Du trägst sonst den ganzen Stress einfach mit hinein, und deine Kinder kriegen die gereizte Version von dir ab, obwohl sie gar nichts dafür können. Funktioniert übrigens auch vor der Haustür, im Stiegenhaus oder bevor du ins Büro gehst. Überall, wo eine Rolle endet und die nächste beginnt.
4. Mach die Dusche zum Kurzurlaub
Die meisten haben beim Duschen schon die nächste Aufgabe im Kopf, Einkaufen, Elternabend, Zahnarzttermin, hab ich eigentlich auf die Mail geantwortet? Heute nicht, heute ist die Dusche dein Mini-Urlaub.
▪️Spür das warme Wasser auf den Schultern und am Nacken.
▪️Riech dein Duschgel ganz bewusst.
▪️Hör hin, wie das Wasser klingt.
▪️Wenn die Gedanken wegdriften, und das werden sie, hol sie einfach zurück, ohne dich zu ärgern.
Du kannst dir auch vorstellen, dass das Wasser alles mitnimmt, was du heute nicht mehr brauchst. Den Ärger vom Vormittag, den Druck, das schlechte Gewissen, alles läuft den Abfluss hinunter.
5. Ein Notizbuch fürs Nachtkästchen
Leg dir ein kleines Notizbuch und einen Stift aufs Nachtkästchen, kein schickes Journalingbuch mit Anleitung, ein ganz normales Notizbuch. Bevor du das Licht abdrehst, schreib hinein, was heute gut war. Drei Dinge, oder auch nur eins. Das Lachen beim Frühstück, die Sonne am Nachmittag, dass du es überhaupt durch den Tag geschafft hast. Das zählt auch.
Du kannst auch einfach Gedanken reinschreiben, die dich noch beschäftigen. Was auf dem Papier steht, muss nicht mehr im Kopf kreisen. Das dauert zwei Minuten, und du die nimmst du scrollst nicht am Handy, und dein Tag endet dann nicht mit dem Gedankenkarussell, sondern mit etwas, das dir gutgetan hat.
Lies dir dazu auch meinen Blog-Beitrag "Dankbarkeitstagebuch für erschöpfte Mamas" durch.
Du musst nicht alle fünf machen
Bitte mach daraus jetzt kein neues Pflichtprogramm, du hast schon genug auf deiner Liste. Suche dir eine Mini-Auszeit aus, die, bei der du beim Lesen gedacht hast: Ja, das könnt ich mir vorstellen.
Probier sie eine Woche lang aus, und wenn du sie mal vergisst? Macht nichts, dann eben morgen wieder.
Es geht nicht darum, alles richtig zu machen, dir keinen zusätzlichen Druck oder Stress zu machen. Es geht darum, dass du dich im Laufe des Tages wieder ein paar Mal selbst spürst, und nicht erst im Urlaub.
Und wenn das nicht mehr reicht?
Diese fünf Mini-Auszeiten sind kein Wundermittel, sie helfen dir, im Alltag wieder Luft zu kriegen. Aber manchmal bist du so weit weg von dir selbst, dass ein paar Atemzüge nicht mehr reichen. Dann brauchst du mehr als eine Pause, dann brauchst du Abstand. Zeit, in der niemand was von dir will und du dich endlich wieder spürst.
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