31/08/2026 0 Kommentare
Warum Social Media erschöpfte Mamas noch erschöpfter macht
Zurück zu dir
Ich scroll kurz durch, eigentlich nur fünf Minuten, während mein Teewasser kocht. Und weißt du was, danach fühl ich mich nicht inspiriertm ich fühl mich so klein und unbedeutend. Social Media redet mir ein, ich müsste noch mehr schaffen. Dabei bin ich als berufstätige Mama sowieso schon mitten in der Überforderung. Wie um alles in der Welt soll ich da noch mehr schaffen?
Ich sag dir ganz ehrlich, wie es ist: Social Media kann viel geben, aber bei uns Mamas macht es oft genau das Gegenteil von dem, was es verspricht. Statt Leichtigkeit kommt mehr Druck und statt Inspiration das Gefühl, nie genug zu tun.
Hier sind die Muster, die mir bei mir selbst und in Gesprächen mit meinen Klientinnen immer wieder auffallen:
- Du sollst in sechs Rollen gleichzeitig glänzen
Karrierefrau, liebevolle Mama, attraktive Partnerin, fitteste Version deiner selbst, nebenbei noch achtsam und "bei sich" sein. Der Kopf macht daraus eine Frau, die das alles gleichzeitig hinkriegt. Mach dir bitte klar, das sind sechs verschiedene Vollzeitjobs, nicht einer. Wir Mamas tragen so viele Rollen, die oft niemand sieht, und die uns trotzdem ständig in die Überforderung bringen. - Es macht dir Unsicherheiten, die vorher gar nicht da waren
Mache ich zu wenig bewusste Zeit mit den Kids? Ist mein Haushalt zu chaotisch? Bin ich zu genervt, zu streng, zu locker? Sollte ich mehr Achtsamkeit reinbringen? Über manche Dinge hab ich mir früher nie Gedanken gemacht. Als Mama dann plötzlich schon, und ich bin ehrlich: Das hat mich oft komplett überfordert. - Du siehst nie den ganzen Tag, nur die drei Sekunden
Andere Frauen wirken ruhig, organisiert, bei sich, aufgeräumtes Haus, liebevolle Kinder. Und du denkst dir: Wie machen die das nur? Was du nicht siehst, ist der Ausschnitt davor und danach. Der Streit am Frühstückstisch, die Tränen im Auto, kurz bevor sie ins Büro fahren. Du siehst die drei Sekunden, die gepostet wurden, nicht die anderen 23 Stunden, 59 Minuten und 57 Sekunden. - Selbstfürsorge wird zum nächsten Punkt auf einer eh schon zu langen Liste
Journaling, die neue Meditations-App, das perfekte Self-Care-Ritual für den Sonntagabend. Manches davon ist wirklich hilfreich, ich geb selbst vieles davon weiter und mach es auch, aber es darf nicht zu einer weiteren Aufgabe werden, für die du eigentlich keine Zeit hast. Und genau da liegt der Punkt: Du brauchst kein weiteres Tool, du brauchst Zeit für dich, ohne schlechtes Gewissen, das ist ein ganz anderes Ziel als noch eine App auf dem Handy. - Du sollst produktiver UND entspannter sein. Am besten gleichzeitig
Morgenroutine, gesundes Essen, Quality Time, das Business soll laufen, Digital Detox, für dich selbst sorgen, gut schlafen. Jeder einzelne Punkt sinnvoll, zusammen klingt es wie ein zweiter Vollzeitjob, für den dich niemand bezahlt und für den du keine Zeit hast, weil du ja schon einen hast. - Deine eigenen kleinen Siege werden unsichtbar
Du schaffst es, den Abend ohne größeres Drama zu Ende zu bringen, bist eigentlich stolz drauf. Fünf Minuten später siehst du jemanden, der scheinbar mühelos Karriere, Kinder und Selbstoptimierung. unter einen Hut bringt, und plötzlich fühlt sich dein eigener Fortschritt nicht mehr nach genug an. - Jeder Lebensbereich wird zur Baustelle
Erziehung, Körper, Beziehung, Business, Haushalt, Mindset, Ernährung. Irgendwann fragst du dich nicht mehr: Was tut mir gerade gut, sondern nur noch: Was muss ich noch verbessern? Ehrlich gesagt finde ich das das Schlimmste daran.
Ich will Social Media nicht schlechtreden, ich arbeite selbst damit, jeden Tag. Ich liebe den Austausch, die Inspiration, das Gefühl, mein Wissen weiterzugeben und damit anderen zu helfen, und auch, dass ich mit dem Chaos nicht allein bin.
Aber ich glaube, wir müssen bewusster hinschauen. Was zeigt mir gerade nur den Ausschnitt aus dem Leben von jemand anderem? Und was zeigt mir eigentlich nur, dass ich selbst gerade mehr Selbstfürsorge brauche, nicht noch mehr Vergleich?
Für dich zum Reflektieren
Bevor du das nächste Mal zum Handy greifst, frag dich kurz:
▪️Fühle ich mich danach inspiriert oder kleiner?
▪️Vergleiche ich mich gerade mit einem Ausschnitt oder mit der Realität?
▪️Was würde mir jetzt wirklich guttun, nicht was "sollte" mir guttun?
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