21/09/2026 von Andrea Roecklinger 0 Kommentare
Burnout bei berufstätigen Mamas: Wenn "Funktionieren" zum Vollzeitjob wird
Der Moment, in dem ich gemerkt habe, dass ich nur noch funktioniere
Es gibt diesen einen Moment, ich glaube, es war am Abend einer ganz gewöhnlichen Arbeitswoche. Ich habe im Wohnzimmer die Wäsche zusammengestellt, und bin dabei die Einkaufsliste für den nächsten Tag, im Kopf, durchgegangen. Und plötzlich kam mir dieser Gedanke, und ich habe ich gemerkt habe, dass ich nur noch funktionieremich gefragt habe: Wann habe ich das letzte Mal etwas gemacht, nur weil ich wollte, nicht weil es am Zettel gestanden ist, oder jemand anderes etwas von mir gebraucht hat?
Wenn du das gerade liest und innerlich nickst, wie du siehst, bist du nicht allein. Und du bist auch nicht „zu empfindlich“ oder „undankbar“, auch wenn dir das die innere Stimme vielleicht gerade einredet.
Burnout oder einfach nur erschöpft? Die Grenze, die viele Mamas übersehen.
Wo normale Müdigkeit aufhört und Ausbrennen beginnt
Müde sein und ausgebrannt sein sind zwei verschiedene Paar Schuhe, auch wenn sie sich am Anfang ähnlich anfühlen. Die Müdigkeit verschwindet nach einer guten Nachtruhe oder einem entspannten Wochenende. Burnout nicht. Burnout ist der Zustand, in dem du auch nach Urlaub, nach Schlaf, nach einem ruhigen Sonntag immer noch das Gefühl dieser Leere hast, als würde die Batterie einfach keinen Saft mehr laden, egal wie lange sie am Ladekabel hängt.
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Warum Mütter ihr eigenes Burnout oft übersehen
Das Tückische: Wir Mütter erkennen das bei uns selbst oft als Letzte. Bei den Kindern merken wir sofort, wenn was nicht stimmt. Bei uns selbst reden wir uns ein, das gehört halt dazu, das ist eben der Mama-Alltag. Genau diese Haltung ist gefährlich, weil sie uns davon abhält, rechtzeitig hinzuschauen.
Warum berufstätige Mamas ein so hohes Burnout-Risiko haben
Das ist kein Gefühl, das sich nur ein paar Frauen einbilden. Das steckt in den Zahlen. Frauen leisten laut Statistischem Bundesamt rund 44 Prozent mehr unbezahlte Sorgearbeit als Männer, Haushalt, Kinderbetreuung, die ganze Organisation drumherum. Und gleichzeitig sind mittlerweile knapp 70 % der Mütter minderjähriger Kinder berufstätig, 2005 waren es noch 60 Prozent.
Wenn wir uns das ansehen, kommt nicht weniger auf uns zu, es kommt mehr dazu. Eine aktuelle Befragung von KKH und Forsa zeigt, dass sich 40 Prozent der Eltern in Deutschland dauerhaft gestresst fühlen, und als Hauptgrund nennen sie nicht die Kinder oder den Job an sich, sondern den eigenen Anspruch, es allen recht zu machen. Dem Partner, den Kindern, dem Chef, und nebenbei noch der perfekte Haushalt.
Mental Load – die unsichtbare zweite Schicht
Mental Load ist dieses Ding, das keiner sieht und das trotzdem den ganzen Tag mitläuft. Wir brauchen neue Schuhe. Wann ist der Zahnarzttermin, ist noch genug Klopapier da, und diese Liste im Kopf hört nie auf. Eine Studie der Krankenkasse zeigt, dass fast zwei Drittel der Mütter, 62 Prozent, diese unsichtbare Last als starke Belastung empfinden, bei Vätern sind es nur 31 Prozent, also halb so viele.
Der Druck, überall „gut genug“ sein zu müssen. Gute Mutter, gute Mitarbeiterin, gute Partnerin, am besten noch mit Zeit für Freundschaften und einer aufgeräumten Wohnung. Dieser Anspruch kommt nicht nur von außen. Er sitzt tief in uns selbst drin, und gerade deshalb ist er so schwer abzulegen.
Ein Zeichen für Erschöpfung und Burnout bei Mamas, wann du hinschauen solltest
Körperliche Warnsignale
Der Körper meldet sich am meisten zuerst, auch wenn wir das gern überhören. Laut Studien berichten zahlreiche Mütter deutlich als Väter von körperlichen letzten Beschwerden, 82 gegenüber 65 Prozent hatten in den sechs Monaten körperliche Schmerzen. Kopfschmerzen, Verspannungen, ein Magen, der ständig irgendwie flau ist. Das ist nicht „einfach Stress“, das ist dein Körper, der dir was sagen will.
Emotionale Warnsignale
Reizbarkeit, die vorher nicht da war. Das Gefühl, für nichts mehr Geduld zu haben, nicht mal für die kleinen Dinge, die dich früher nicht gestört haben. Eine innere Leere, obwohl äußerlich alles läuft. Fast 80 Prozent der chronisch gestressten Eltern berichten von genau dieser Erschöpfung bis hin zum Burnout, fast ebenso viele von Nervosität und Gereiztheit.
Wenn selbst Auszeiten sich nicht mehr erholsam anfühlen
Du hast endlich mal eine Stunde für dich, und statt dich zu erholen, sitzt du da und weißt nicht, was du damit anfangen sollst, oder du nutzt sie, um Dinge abzuarbeiten. Wenn sich selbst freie Zeit wie eine weitere Aufgabe anfühlt, ist das kein Zufall.
Raus aus der Überforderung, ohne schlechtes Gewissen
Warum "einfach mehr Pausen machen" nicht reicht
Der Ratschlag, den ich am häufigsten lese und auch höre: Mach doch mal eine Pause. Als ob das Problem eine fehlende Viertelstunde wäre, das ist es leider nicht. Eine Befragung von 1.000 Müttern zeigt, wie tief das eigentlich sitzt, fast die Hälfte (46 Prozent) sagt, dass von ihnen selbst und ihre eigenen Bedürfnisse in der Familie nichts mehr übrig bleibt. 33 Prozent erleben ihren Partner nicht als Unterstützung, sondern eher wie ein zusätzliches Kind. Das löst man nicht mit einer Tasse Tee am Sonntagnachmittag.
Wo du wirklich ansetzen kannst
Der erste ehrliche Schritt ist nicht „mehr Selfcare“, sondern die Frage: Wo gebe ich ständig mehr, als ich habe, und warum erlaube ich mir das nicht anders? Das ist genau der Punkt, an dem ich mit meinen Klientinnen ansetze, nicht mit noch einer To-do-Liste für die Selbstfürsorge, sondern mit dem, was darunterliegt, dieses schlechte Gewissen, sobald du mal an dich denkst.
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Ich unterstütze Frauen und Mamas mit Beratung und Coaching, wenn sie von ihrem stressigen Familienalltag überfordert sind. Mit Gesprächen und Übungen erarbeiten wir gemeinsame Lösungen, um den Alltag leichter zu gestalten.
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Burnout bei Mamas ist real, du musst nicht zusammenbrechen, um dir Hilfe zu erlauben
Du musst nicht warten, bis gar nichts mehr geht. Die Zahlen zeigen es deutlich, das, was du gerade fühlst, ist real, und du bist damit nicht allein. Der Unterschied zwischen „irgendwie durchkommen“ und wirklich wieder bei dir ankommen beginnt an dem Punkt, an dem du aufhörst, deine Erschöpfung kleinzureden.
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Dankbarkeitstagebuch für erschöpfte Mamas
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Deine
Andrea
Quellen:
Statistisches Bundesamt (Destatis) – Angaben zu unbezahlter Sorgearbeit und Erwerbstätigenquote von Müttern, zitiert in: KKH, „Eltern-Burnout statt Familienglück?“, 2024. https://www.kkh.de/presse/pressemeldungen/elternstress2024
KKH & Forsa, Stress-Studie zu Eltern in Deutschland, zitiert in: Statista, „Umfrage unter Eltern zum Stress im Alltag“. https://de.statista.com/infografik/amp/20250/umfrage-unter-eltern-zum-stress-im-alltag
hkk Krankenkasse, Gesundheitsreport zu Mental Load in Familien, 2025. https://www.hkk.de/presse/pressemitteilungen/2025-10-09-mental-load
Marktforschungsinstitut im Auftrag von „for me:“, Befragung von 1.000 Müttern (20–50 Jahre), zitiert in: gofeminin, „Studie deckt auf: So sehr leiden berufstätige Mütter WIRKLICH“, 2023. https://www.gofeminin.de/familie/so-ungerecht-empfinden-berufstatige-mutter-die-rollenverteilung-s2425225.html
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